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Klettertechnik erwerben

Klettern ist in der Grundform eine Bewegung, die jeder schon als Kind ausprobiert hat. Daher ist es meistens noch einfach die Standardbewegung des Kletterns zu lernen. Schwierig wird es dann, wenn aus der Vielzahl der Griffe und Tritte die richtigen ausgewählt werden müssen und die Bewegungen variiert werden müssen.

Lernt man Klettern? Besser spricht man vom Erwerb der Technik. Dies soll andeuten, dass es sich beim Lernen oder Erwerben um einen Prozess handelt, der auf Korrekturen von außen und innen beruht. Was an welcher Stelle gerade passiert, können wir bestenfalls erahnen.

Das Dreieck in der untenstehenden Abbildung deutet an, dass die Fehler oder Abweichungen im Lernprozess immer mehr abnehmen. Ziel ist allerdings nicht die Ausführung der Standardbewegung mit "Abspreizen des kleinen Fingers", sondern eine individuelle und situationsangemesse Ausführung .

erwerben

Beim Erwerben einer neuen Bewegung werden drei Phasen durchlaufen (Mehr Infos zum Beispiel hier.)

Freezing – Eisblock; der Lernenden spannt die Muskeln unnötig an, um Sicherheit und Kontrolle seiner Bewegungen zu erlangen. Typisch ist, dass sich offensichtlich einfache Techniken für den Lernenden als anstrengend anfühlen.

Releasing – Eisblock schmilzt; der Lernende kann zunehmend die künstiliche Anspannung lösen. Es fühlt sich etwas leichter an.

Exploiting – Fluss entsteht; der Lernende kann Schwung und andere äußere Kräfte bei der Bewegung nutzen.

Wie geht man im Lernen vor?

Freezing: So lange die Bewegungen eingefroren sind, kommt es nurauf die Grudnelemente an. Beginne mit der Vermittlung von Greifen und Treten und der Grundposition mit langen Armen: Schaffe hierbei einfache Rahmenbedingungen.

Releasing: Wenn das Greifen und Treten gekonnt wird, geht es an den Bewegungsablauf. Das Antreten mit der Spitze ist beispielsweise Voraussetzung für das Auslösen aus der Hüfte ebenso der lange Arm. Versuche jetzt den Fokus auf den Bewegungsablauf zu legen. Füße setzen, Körper positionieren, soweit möglich Auslösen aus der Hüfte.

Exploiting: Mit dem Beherrschen der Grundform des Bewegungsablaufs muss dieser dahingehend verfeinert werden, dass diese Bewegung sich leicht anfühlt. Bei einfachen Kletterstellen sollte flüssig und mit Schwung der gesamte Ablauf geübt werden.

Variieren und Anpassen: Jetzt geht es an die schwierigere Stufe. Die Kletterstellen wechseln und die Bewegung muss immer wieder an die Situation angepasst werden. Dies erfordert vielseitiges und abwechslungsreiches Gelände und Aufgaben.

Die Grundelemente sind relativ schnell bei einfachen Bedingungen erlernt. Die Anwendung in komplexen Situationen, insbesondere am Fels bleibt eine schwierige Sache in der gesamten Kletterkarriere. Um die Details deiner Technik zu analysieren, schau dir die Ausführung und Fehlerbilder der Standardbewegung genau an. Daran kannst du deine Schwächen am besten erkennen.

Tipps zum Lehren der Klettertechnik:

  • Verwende eine bildhafte Sprache, nicht technokratische Formulierungen!
  • Erkläre weniger wie es geht, sondern mehr wie sich die Bewegung anfühlen muss!
  • Korrigiere, aber lass den Lernenden auch Zeit eigene Erfahrungen zu machen! Aus Fehlern lernt man auch beim Klettern.
  • Schaffe einfache Rahmenbedingungen zum Lernen!
  • Angst ist beim Lernen hinderlich. Versuche eine angstfreie Lernumgebung zu schaffen!
  • Fördere das Finden von Lösungen und gib wenige Lösungen vor!

 


Kinder lernen Klettern implizit durch beobachten und nachahmen. Hier ist es nicht notwendig die Technik kompliziert zu erkllären. Vormachen reicht! Erwachsene denken zu sehr, als das sie wie Kinder lernen können. Hier hilft die Korrektur von außen.

Für das spielerische Klettern mit Kindern und Jugendlichen gibt es umfangreiche Übungssammlungen.