Banner Klettern 120x120 px
Outdoor und Klettern mit Bergfreunde.de
 
Fit for climbing  
line decor
  
line decor

 


Unfälle beim Klettern

Leider geschehen beim Klettern immer wieder Unfälle, die auf unkonzentriertes Verhalten oder Unwissen zurückzuführen sind. Diese Seite listet Unfallhergänge und Tipps zur Vermeidung auf.
Ich hoffe, dass alle Kletterer mehr Gefahrenbewusstsein entwickeln und das weniger unnötige Unfälle passieren. Ebenso sollte mehr Verständnis vorhanden sein, wenn man einen freundlich gemeinten Rat bekommt.
Wenn du weitere Unfälle erlebt hast und diese bekannt machen möchtest, schick eine Email an webmaster@klettertraining.de. Vielleicht hilft deine Info weitere Unfälle zu verhindern.
Aktuelle Infos zu Unfällen gibt auch die Bergunfallstatistik des Deutschen Alpenvereins hier.

Gri-Gri Unfälle

Quelle: Robert via Email 12/8/2000
Kletterunfall am Fels: Der Vorsteiger wurde mit einem Gri-Gri gesichert, der Vorsteiger stürzte gleich nach dem 1. Haken. Um einen Sturz in das gespannte Seil zu verhindern, hing der Sicherer das Seil in einen (Stand-) Haken in Hüfthöhe etwa 2m vom 1. Haken (seitlich entfernt) ein. Der Vorsteiger wurde kurz gebremst, fiel aber dann plötzlich ungebremst auf den Boden. Durch den schrägen Seilverlauf waren die Reibungskräfte am Standhaken zu groß, so dass der Zug am Gri-Gri zu gering war, um es zu blockieren.

Den Unfall vermeiden:

Beim Sichern mit Gri-Gri ist darauf zu achten einen geraden (vertikalen) Seilverlauf zu haben, um ausreichende Zugkräfte am Gri-Gri zu erzeugen, die das Blockieren auslösen. Gewarnt sei davor, dass Gri-Gri am Stand zu verwenden. Liegt das Gri-Gri am Fels an oder wird es in die erste Zwischensicherung gezogen, dann ist ein Blockieren des Gri-Gris sehr unwahrscheinlich. Petzl empfiehlt das Gri-Gri ausdrücklich als Sicherungsgerät für das Indoor- und Sportklettern, bei dem man normalerweise beim Sichern am Boden steht.

Quelle: http://www.sportclimbing.de 11/25/2000
17.9.99 Glück im Unglück hatte ein Kletterer der an der Emporwand mehr als 10 m abstürzte. Der Sichernde war gerade beim Seil ausgeben, als der Vorsteiger stürzte. Dadurch hielt der Sicherende das Seil zum Kletterer leicht fest und das GRI-GRI blockierte nicht. Zum Glück fiel der Kletterer in einen Laubhaufen und verstauchte sich lediglich den Fuß. Also Vorsicht beim Sichern mit Gri-Gri im Vorstieg! Die beiden Kletterer dürfen mit Sicherheit als Experten gelten. (Guido Köstermeyer)

Quelle: http://www.vertical.de 11/25/2000
Posted by Dirk Heitmann am 22.August 1999 um 15:22: Mit Interesse hab ich obiges TOP von Guido Köstermeyer gelesen. Ich selbst hatte am 18.02.99 einen Absturz mit "Gri-Gri Sicherung" bei dem ich mir beide Fersen brach. Der Unfall ereignete sich in der Kletterhalle im Sport Zentrum Nbg.. Beim Abklettern einer Toprope gesicherten Tour rutsche ich in 10 Metern Höhe ab. Meine Frau war gerade beim Seil ausgeben und der Gri-Gri blockierte nicht. Wir konnten uns dies bisher nicht erklären aber anscheinend gibt es ähnliche Fälle. Mit Sicherheit hat der Gri-Gri seine Tücken und kann nicht als ein in allen Situationen verläßliches Sicherungsmittel gelten.

Den Unfall vermeiden:

Leider kommt es mit dem Gri-Gri, dass richtig verwandt ein gutes Sicherungsgerät ist, immer wieder zu Unfällen.Infos bei Petzl

Ursachen sind: Seil falsch in das Grigri eingelegt oder das Grigri wurde mit der Hand zugehalten und blockierte daher nicht.
Für ein sicheres Klettern mit Grigri im Toprope ist zu empfehlen nach jeweils 4-5 Metern einen Schleifknoten in das nach unten gehende Seil zu machen (siehe linkes Bild). Im Falle einer Fehlbedienung zieht dieser sich vor das Grigri und blockiert (siehe rechtes Bild). Ein Sturz auf den Boden ist so in der Regel ausgeschlossen. Der Knoten kann auch unter Belastung durch kurzes Ziehen leicht gelöst werden. Wichtig ist den Schleifknoten richtig zu machen, ansonsten ist dieser ebenfalls nutzlos! So geht das allerdings nur beim Topropen.
Wichtig ist, dass Gri-Gri mit dem Daumen nicht zu umschließen (dies sieht man häufig), sondern diesen auf den goldenen Punkte zu legen. Dann blockiert das Gri-Gri bei richtig eingelegtem Seil.

Abseilen - Achtersichern

Quelle: Rolf via Email 19/2/2002
Ein Klettererin ist beim Vorstieg in der Halle abgestürzt und hat sich dabei einen Wirbel gebrochen, weil Ihre Sicherungspartnerin schlecht mit einem Achter gesichert hatte. Das imprägnierte Seil war neu und daher recht rutschig. Die Klettererin musste sich kurz oberhalb eines Hakens in Seil setzen. Ihre gleichschwere und eigentlich erfahrene Sicherungspartnerin sicherte mit Achter, wurde aber aufgrund einer Unaufmerksamkeit (Ablenkung in Halle) von der Zugkraft überrascht. Sie konnte das Seil aufgrund der geringen Bremswirkung der Achtersicherung nicht mehr stoppen, und meine Freundin rauschte aus 8 Metern Höhe auf den Boden. Die Sichernde erlitt dabei Verbrennungen.

Den Unfall vermeiden:

Sichern mit dem Achter ist aufgrund der geringen Bremswirkung äußerst gefährlich. Extrem gefährlich ist die Variante "schneller Achter". Besser ist es eine andere Sicherungsmethode im Vorstieg zu verwenden. Beispielsweise HMS- Sicherung oder Tubes. Quelle: Robert via Email 12/8/2000
Beinahe-Unfall am Fels: Vorsteiger wird mit Abseilachter gesichert und setzt sich in 15m Höhe ins Seil, plötzlich bemerkt der Sicherer das der Abseilachter nur an der Nase (innen!) des HMS Karabiners hängt!!! Da wir mehrere Leute waren, konnten wir das Seil entlasten und den 8er wieder in den Karabiner zurückstecken. Die Verschluss-Schraube des HMS war gebrochen. Nach mehreren Versuchen bemerkten wir das der Abseilachter, wenn er auf der Seite der Verschluss-Schraube hochwandert und dort hängen bleibt, als Hebel fungiert und die Verschluss-Schraube aufknacken kann. Bleibt die Frage, was wäre passiert, wenn der Vorsteiger wirklich gestürzt wäre?
Dieser Beinahe-Unfall weist erstaunliche Ähnlichkeiten zu untenstehendem Unfall beim Abseilen auf.

Quelle: The http://www.thebmc.co.uk 8/14/2000
Beim Abseilen von einer 50m hohen Brücke kam es zu einem tödlichen Unfall, da der Kletterer sich mehrmals über das Geländer lehnte und so den Abseilachter wiederholt be- und entlastete. Der Karabiner drehte sich hierbei und die Schraube wurde durch den Druck des Achters geöffnet. Beim endgültigen Versuch sich abzuseilen, war der Achter ausgehängt und der Kletterer stürzte in die Tiefe.

Den Unfall vermeiden:

Diesen Unfall kann man nur vermeiden, wenn man zum Abseilen zwei Schraubkarabiner verwendet. Zumindest mit Anfängern ist dies zu empfehlen.

HMS- Sichern

Häufig falsch gemacht wird das Sichern mit Halbmastwurf. Ein Seil wird nach unten gehalten und läuft so unter Belastung über die Schraube. Diese kann sich öffnen, das Seil kann sich selbsttätig aushängen.

Den Unfall vermeiden:

Korrekte Handhabung des HMS, d.h. beide Seile laufen parallel nach oben verhindern diese Gefahr.

Falsch eingebunden

Quelle: Nürnberger Nachrichten 7/11/2005 In einer Nürnberger Kletterhalle ist ein Kletterer beim Topropeklettern 15m auf den Boden gestürzt und hat sich lebensgefährlich verletzt. Was war passiert?
Im Topropebereich sind fixe Knoten in den Seilen, man bindet sich mit zwei Schraubkarabinern gegenläufig ein. Dies hatte der Kletterer auch gemacht. Allerdings hatte zuvor jemand den fixen Achterknoten begonnen aufzuknoten, dies aber nicht ganz geschafft. Der verunfallte Kletterer hatte den Knoten nicht kontrolliert und kletterte mit einem halb offenen Achterknoten. Folge: Bei Belastung ging der Knoten auf, der Kletterer stürzte ab.

Den Unfall vermeiden:


K-K-K: Knoten, Karabiner, Kamerad. Der Partnercheck vor dem Losklettern!

Quelle: Robert via Email 12/8/2000
Tödlicher Kletterunfall eines 8-jährigen Mädchens in der Kletterhalle in Judenburg 1999. Das Mädchen verband ihren Brust- und Hüftgurt mit einem Reepschnurring, wobei dieser mit einem Sackstich abgebunden wurde. Nach mehrmaligen Toprope Versuchen löste sich beim Ablassen dieser Ring und das Mädchen fiel aus einer Höhe von 12m auf den Hallenboden! Eine definitive Unfallursache konnte nicht ermittelt werden, der Seilrest nach dem Knoten war lang genug gewesen. Anscheinend gab es schon mehrere Unfälle dieser Art mit dem Sackstichknoten, ich hab gehört, P. Schubert hat herausgefunden, dass der Sackstichknoten durch mehrmaliges Be- und Entlasten überschlagen kann und sich so öffnet. Ob Pit Schubert dies untersucht hat, werde ich nachforschen.

Quelle: http://www.alpenverein.de 11/25/2000
Eine Reihe von Unfällen ereignete sich beim Einbinden mittels Schraubkarabiner. Der zugeschraubte Karabiner öffnete sich und der Kletterer war demnach ungesichert.
  • Kletteranlage Thalkirchen- Sturzt aus 4 Metern Höhe
  • ähnliches ereignete sich in
  • Konstein
  • Meteora
  • Stetten bei einem Wettkampf
  • 6 Unfälle dieser Art in Tschechien
Besonders häufig ereigneten sich diese Unfälle mit TWISTLOCK- Karabinern.
Einbinden mit einem Schraubkarabiner Der Karabiner verdreht sich und die Schraube geht auf. Das Seil hängt sich aus.

Den Unfall vermeiden:

Die Verwendung von zwei gegeneinander verdrehten Schraubkarabinern sollte sicherstellen, dass diese Art von Unfall nicht geschieht.

Falsch eingebunden II

Quelle: Robert via Email 12/8/2000
Schwerer Unfall in der Kletterhalle Bruck (Österreich) 1998: Ein junger Kletterer setzt sich beim Umlenker ins Seil und stürzt aus 10m Höhe auf den Boden.
Vermutlich hat er sich beim Toprope Versuch mit einem Karabiner nicht in die Abseilschlaufe, sondern in die zurückgesteckte Schlinge hinter der Verschlussschnalle des Hüftgurtes eingehängt!

Quelle: Guido Köstermeyer
Am 20.11.00 ereignete sich in einer Kletterhallte in Nürnberg ein tödlicher Unfall. Der Kletterer hatte sich beim Topropen nicht in die Anseilschlaufe, sondern in eine Materialschlaufe eingebunden.
Am Umlenkhaken belastete er das Seil, die Kunststoffschlaufe riss und der Kletterer stürzte aus 15m Höhe auf den Boden.

Quelle: Guido Köstermeyer
Der gleiche Unfall ereignete sich bereits 14 Tage zuvor. Auch hier hatte sich ein Kletterer an der Materialschlaufe eingebunden und stürzte aus 5 Metern Höhe. "Glücklicherweise" brach er sich "nur" die Beine.

Den Unfall vermeiden:

Dieser Unfall kann nur auf Unaufmerksamkeit zurückzuführen sein. Daher immer gegenseitig kontrollieren:
  • Ist der Knoten richtig gemacht worden?
  • Ist der Karabiner richtig zugeschraubt worden?
  • Ist der Seilpartner sicherungsbereit?

Vorsteigen

Quelle: Guido Köstermeyer
Ebenfalls im November ereignete sich ein Unfall beim Vorsteigen. Der Kletterer hängte die Haken in der verkehrten Reihenfolge ein (er zog beim Einhängen des oberen Hakens das falsche Seil aus und bastelte sich so einen "Flaschenzug," der ein weiter klettern unmöglich macht). Beim Versuch die Haken korrekt einzuhängen bekam er "dicke Arme" und in dem Moment als er beide Haken ausgehängt hatte, konnte er sich nicht mehr halten. Er stürzte aus 3 m Höhe auf den Boden und brach sich beide Fersenbeine.

Gerade bei Ungeübten sieht man immer wieder Probleme beim Einhänger der Haken, die entweder zu weiten Stürzen führen können oder gar auf dem Boden enden. Hier kann nur empfohlen werden das Haken einhängen vorher am Boden auszuprobieren. Oftmals wird an einer viel zu schwierigen Kunstwand mit dem Vorsteigen begonnen, das Resultat sieht man.
Weitere Gefahrenpunkte sind der Standort des Sichernden und das Einbinden. Häufig steht der Sichernde viele zu weit von der Wand weg, das Seil liegt schlaff am Boden. Näher an die Wand stellen, sonst kann man sich das Sichern sparen.
Unverständlicherweise ist auch zu beobachten, dass sich Kletterer im Vorstieg mit HMS- Karabiner einbinden. Wahrscheinlich ist dies eine Gewohnheit, die durch das Topropen an fixen Seilen mit vorgefertigten Knoten entsteht. Im Vorstieg bindet man sich immer direkt in den Gurt ein. Einbinden mittels Schraubkarabiner ist lebensgefährlich.

Infos zum Vorsteigen

Unfälle beim Umlenken

Quelle: Sascha via Email; Steinschlag der Ig-Klettern Frankenjura und Fichtelgebirge e.v.; Mai 2001
  • Ein erfahrener Kletterer, geht im Vorstieg eine Route (25m) und macht am Umlenker Stand. Danach zieht er ca. 10m Seil nach, weil er mit dem Achter abseilen will. Er entscheidet sich jedoch anders und bindet sich nach 10m ins ablaufende Seil wieder ein. Beim Ablassen fällt er aus ca. 10m Höhe auf den Boden weil sein Sicherungspartner nicht auf das Restseil geachtet hat und dieses durchrutscht. Schweres SHT, Wirbel-, Bein- und Armfrakturen sowie ein mittleres Thoraxtrauma sind die Folgen.
  • 30m lange Tour - 50m langes Seil! Glücklicherweise ging dieser Unfall glimpflich ab und der Vorsteiger kam nach 10m Flug mit einem gebrochenen Mittelfußknochen davon, weil er auf schräges Gelände fiel das frei von Hindernissen war.
  • Eine weitere Gefahrenquelle beim Umlenken ist mangelnde oder schlechte Kommunikation zwischen Kletterer und Sicherer. Mehrere Unfälle ereigneten sich, da aufgrund unklarer Seilkommandos der Sichernde der Meinung war, dass der Kletterer vom Umlenkhaken aus abseilen will. Dieser wiederum war der Auffassung, dass der Sicherer ihn ablässt, band sich wieder in das Seil ein, löste die Selbstsicherung, belastete das Seil und stürzte auf den Boden. Der Sicherer hatte ihn aus der Sicherung genommen.

Den Unfall vermeiden:

Das Umlenken ist eine der gefahrenträchtigsten Situationen beim Sportklettern. Wie kann man diesen Vorgang sicherer gestalten?
  • auch bei kurzen Routen einen Knoten in das freie Seilende machen;
  • bei längeren Routen sollte der Sicherer sich eventuell sogar einbinden, um zur Not ein Stück hinauf zu klettern;
  • bereits vor dem Losklettern entscheiden, ob man wieder abgelassen werden möchte, Stand macht oder abseilt;
  • insbesondere mit neuen Kletterpartnern Seilkommandos vereinbaren;

 


Gri-Gri
Abseilen - Achtersichern
HMS- Sichern
Falsch eingebunden
Vorsteigen
Umlenken